1.Internationale Classic Superbike Challenge

von Manfred Strohmayer

Am 19.März fand das „motorsportliche Frühlingserwachen“ am ungarischen Pannonia-Ring statt.
Als gemütliches „warm up“ gedacht, trafen sich mehr als 30 „Alteisentreiber“, zu einem gemeinsamen Training um sich den Winterschlaf aus den alten Knochen zu vertreiben und die zum Teil schon sehr seltenen, in die Jahre gekommenen Classic-Rennmaschinen in Bewegung zu bringen.

„Da bin i dabei!“ dachte ich mir. Nichts ahnend dass es mehr werden sollte, als eine „gemütliche Warmfahrerei“ um den selektiven Pannonia-Ring, mit seinen vielen Kurven. Am Freitag angereist, trafen die meisten der Teilnehmer bei 14°C und Sonnenschein im Fahrerlager ein und wir bezogen unsere geräumigen Boxen. Wir lernten wieder viele „Freunde“ aus dem facebook persönlich kennen, was mir immer eine besondere Freude bereitet. Da die virtuellen „Freundschaften“ zwar ganz nett sind, aber das reale Leben doch interessanter ist, wenn man sich gegenüber steht und sich mit den Leuten in der Wirklichkeit unterhalten kann. Aus allen Himmelsrichtungen Österreichs und verschiedenen Nationen (A - D - CH) kamen sie angereist um an der 1.Int.Classic Superbike Challenge teil zu nehmen.

Am Samstag in den „frühen Morgenstunden“, genauer gesagt um 09:00 hat bei trockenen 7°C alles im Rahmen der Veranstaltung von "STAR-DESIGN" begonnen.
Wir fuhren gemütliche Aufwärmrunden, die immer näher an die gewünschten „Bestzeiten“ heran kamen. Im 2. Trainingslauf wurde es dann vor der Kurve 10 ein kleinwenig eng, da auch „Ringneulinge“ auf der Strecke unterwegs waren und halt jeder doch irgendwie einen Platz braucht. Wenn auch so manche Linienwahl einen „unorthodoxen“ Eindruck vermittelten. Aber gut, bevor ich jemanden vom „Bock“ fahre, wählte ich den „Notausgang“ und bewältigte das mit groben Schotter gefüllte Kiesbett mit einer eleganten „Motocrosseinlage“. Leider wurde mir dann die nasskalte Wiese hinter dem Kiesbett zum Verhängnis und ich nahm in der Folge eine „Bodenprobe“ aus der pannonischen Erde. In Bruchteilen von Sekunden, während des Darniederlegens mit doch noch erheblicher Restgeschwindigkeit, erinnerte ich mich an meine Jugendjahre und rollte mich mehr oder weniger, also doch eher weniger, elegant mit einer nicht ganz perfekten „Fallübung aus dem Judohandbuch“ in die Wiese ab.
Nicht ist mir passiert. Aber leider warf meine Moto Guzzi den Fußbremshebel ab und zerstörte dabei das Bremsseil. Um der Schmach des Schandwagens zum Rücktransport zu entfliehen, hob ich die 186kg in einem Schwung auf, sammelte die Hebelei ein und fuhr dank E-Starter ohne Probleme in die Box zurück.
Mit dem nötigen Ärger im Bauch, über meine Übermotivation, fuhr ich dann im 4. Training um 3 Sekunden schneller als vorher. Das Abschlussrennen wollte ich unbedingt bestreiten, um mich mit meiner Moto Guzzi V7Sport Baujahr 1972, als ältestes Motorrad im Starterfeld mit den moderneren Cassicern zu messen. Vom 20. Startplatz konnte ich mich trotz einem von mir total verschlafenen Start vor der ersten Kurve einige Plätze gut machen und beendete nach mehreren harten, aber fairen Zweikämpfen das Rennen auf dem 6. Platz.

Das war das „warm up“ für die Saison 2016.

Der nächste Lauf ist am 1.-03.April ist auf Grobnik, bei Rijeka, welcher zur kroatischen Staatsmeisterschaft zählt.

Ich halte euch auf dem Laufenden und weitere Berichte werden folgen,
bis dahin verbleibe ich
mit 4-taktvollen Grüßen euer

Le Mans-Fred #23
(Manfred Strohmayer)

Musik in meinen Ohren

Forza Guzzi „no Sushi, only Spaghetti“

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